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Worauf es ankommt


Gebet

Liebender Vater im Himmel und überall, alles in allem, die Liebe, das Leben, die Wahrheit selbst, Dir vertraue ich mich an. Ich bade mich in Deinem bedingungslosen Lieben und entscheide mich dafür, konsequent das bedingungslose Lieben in meinem Alltag einzuüben. Dazu gehört für mich auch die Aufforderung Jesu: „Richte nicht“, „Verurteile nicht!“, „Sitze über niemanden zu Gericht!“, und „Verzeihe anderen!“.


Es kommen zur Zeit Bücher heraus, die Ellen G. White der Lüge, des Betrugs, des Plagiats, der Täuschung bezichtigen. Ihre Visionen werden in Frage gestellt und sie wird beschuldigt, ihre Visionen zu ihrem eigenen Vorteil eingesetzt zu haben. Ob diese Vorwürfe wahr sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich müsste einen Großteil meiner Lebenszeit aufwenden, um beweiskräftig herauszufinden, ob an diesen Vorwürfen etwas dran ist oder nicht. Ich will mir aber auf der einen Seite diese Zeit nicht nehmen und auf der anderen dem Wort Jesu folgen, nicht zu richten und nicht zu verurteilen.


Ich habe umzugsbedingt fast alle meine E. G. White-Bücher abgegeben, weil ich mich u.a. nicht mehr darauf konzentrieren will, was sie geschrieben hat und ob sie oder ihre Kritiker Recht haben, sondern darauf, wie ich das bedingungslose Lieben im Alltag ganz konkret einüben kann. Ich vertraue darauf, dass Du mit mir sprichst und dass Du dadurch mein Gottes-, Welt- und Menschenbild in einer heilsamen Weise formst.


Ich will meine Zeit dazu verwenden, konkret zu lieben, gütig und barmherzig zu werden, Mitgefühl zu entwickeln, jedermann gegenüber gnädig zu sein, jedem alles zu vergeben, alles zu verzeihen, versöhnt zu leben, den Raum der Freiheit zu erweitern, das Vertrauen zu stärken und zu lernen, dem „Bösen nicht zu widerstehen“, auf jegliche Form von Gewalt zu verzichten, alle lähmende Angst zu überwinden, niemanden zu richten, der Wahrheit Raum zu geben, dem Prozess des Lebens zu vertrauen, die Wirklichkeit anzunehmen, so wie sie ist, und mich allein auf das zu verlassen, was Du tust, wie Du liebst, was Du mir sagst und was Deinem Willen entspricht.


Dazu muss ich die Konfession, in der ich aufgewachsen und reif geworden bin, weder verteidigen noch verurteilen. Ich bin dankbar für das, was ich in ihr lernen und wie ich mich entwickeln durfte, aber ich darf mich jetzt von meiner Konfession und ihren Deutungen unabhängig machen, denn ich folge nicht ihr, sondern allein Dir, meinem mich und uns alle bedingungslos liebenden Vater.


Antwort

Wolfgang, ich liebe Dich – und wie ich Dich liebe, so liebe ich alle Menschen in ihren Unterschiedlichkeiten und Widersprüchlichkeiten. Es ist gut, wenn Du Dich zurzeit auf einen einzigen Kernwert in Deinem Leben konzentrierst und ihn auf alle Bereiche Deines Lebens anwendest. Paulus hat es vor ca. 2000 Jahren schon so formuliert: „Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein“ (1. Kor. 16:14 – GNB).


Der eine zentrale Kernwert für wahres Menschsein ist das bedingungslose Lieben. Wenn Du wahrhaft liebst, dann erfüllst Du meinen Willen, dann lebst Du in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Wirklichkeit und dem göttlichen Geist in allem. Du brauchst dann keine weiteren religiöse Gebote oder Gesetzte, weil das bedingungslose Lieben alle Gebote erfüllt.


Daher brauchst Du Dir auch in Deiner jetzigen Lebensphase keine Zeit dafür zu nehmen, herauszufinden, ob der oder jener Recht hat, ob der oder jener die Wahrheit sagt oder lügt, ob der oder jener die rechte Lehre vertritt, ob der oder jener alles in seinem Leben richtig macht oder nicht.


Ellen G. White hat nicht in allem richtig und wahrhaftig gehandelt. Die Situation in Deiner Konfession ist aber deshalb so problematisch geworden, weil sie von vielen dazu benutzt wurde und wird, die Rechtgläubigkeit von Menschen zu beurteilen und andere für ihre Sicht- und Lebensweise zu verurteilen. Sie wurde auf ein Podest gestellt, der ihr nicht zusteht, genauso wie andere Religionsführer auch: Luther zum Beispiel oder Mohamed, Buddha und irgendwelche Gurus. Sie haben auf diesen Podesten nichts zu suchen und diejenigen, die sie auf diese Podeste stellen, tragen zu einer oft unheilvollen Religion bei.


Ich habe Dich nicht dazu gerufen, diese Praxis zu verurteilen und anzuprangern, sondern um dem bedingungslosen Lieben im Miteinander der Menschen Raum zu verschaffen. Nimm die Worte Jesu ernst und setze sie in Deiner täglichen Lebenspraxis um, ohne seine Worte umzudeuten. Wenn Jesus sagt, dass Du nicht richten sollst, dann richte nicht! Wenn er Dich auffordert, siebzigmal siebenmal zu vergeben, dann vergib allen alles. Wenn er predigt: „Widersteht nicht dem Bösen“, dann halte Dich an seine Worte! Und wenn er verkündigt, dass Du Deinen Feind lieben sollst, dann übe Dich in der Feindesliebe! Darüber hinaus brauchst Du niemanden, der Dir sagt, was Du tun oder lassen sollst. Du musst auch niemanden in irgend einer Weise verurteilen oder bevormunden. Folge schlicht Jesus nach. Ich helfe Dir dabei.

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